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Freitag, 14.12.2018

Frösche und Kröten leben gefährlich

Einige neuralgische Punkte in Gladbeck sind die Ellinghorster Straße insbesondere die Bereiche entlang des Wittringer Waldes bis zur Gaststätte Wilms, Randbereiche wie an der Buerelter- und Scholvener Straße oder die Feldhauser Straße in Höhe der Breiker Höfe in Zweckel. „Überall, wo es Wald, Weideflächen, Gewässer gibt, muss man mit Lurchen rechnen.

Erdkrötenpaar ©Michael Korn

Lurche unserer Heimat

Bergmolch Wassertracht©Michael Korn
Graschfroschpaar©Michael Korn

Lurche sind Wirbeltiere die einerseits auf dem Lande und anderseits im Wasser Leben können. Die Larvenentwicklung findet fast ausschließlich im Wasser statt. Zu den Amphibien gehören die Schwanzlurche ( Salamander, Molche) und die Froschlurche ( Kröten, Frösche. Von den Reptilien unterscheiden sie sich hauptsächlich durch die Feuchte unbeschuppte Haut und durch die Larvenstadien, die ganz an das Medium Wasser angepaßt sind. Die Lurche besitzen in ihrer Jugendentwicklung als Kaulquappe Kiemen und Flossen. Der Übergang zum Erwachsenenstadium wird als Metamorphose (Umwandlung) bezeichnet. Die Entwicklungsgeschichte der Amphibien beträgt rund 360 Millionen Jahre, Fische gingen an Land und entwickelten sich im Laufe der Evolution zu den Lurchen.

Auf der Erde gibt es circa 2600 Arten dieser Tiergruppe, wobei der überwiegende Teil in den Tropen beheimatet ist. In der Bundesrepublik Deutschland sind 20 Arten nachgewiesen, davon sind 11 Arten in ihrem Bestand bedroht! Für den Landesteil Westfalen sind 15 Amphibienarten zu nennen, etwa 8 Arten sind laut der Roten Liste NRW gefährdet. Die Situation der Kröten, Frösche und Molche für das Stadtgebiet Gladbeck stellt sich wie folgt da. Nach eigenen Beobachtungen und durchforsten der vorhandenen Fachliteratur wurden folgende Amphibien nachgewiesen. Froschlurche: Erdkröte, Kreuzkröte, Grasfrosch, Grünfrosch – Komplex. Schwanzlurche: Teichmolch, Bergmolch und Kammolch.

Eine Folge der Mensch gemachte Eingriffe ist der jährliche Straßentod von Erdkröte Grasfrosch und Co. Die Zerstückelung der Landschaft durch den Straßenbau macht die Laichwanderung der Lurche zum russischen Roulett! Etwa Mitte März erwachen die ersten Lurche wie z. B Erdkröte , Grasfrosch oder Berg – und Teichmolch aus der Winter starre , sie wandern dann zu ihren Laichplätzen um sich fortzupflanzen . So auch in Gladbeck. Kreuzt der Wanderweg aber eine Straße bedeutet das fast das sichere Todesurteil für die Lurche, sie haben in ihrer Entwicklungsgeschichte von 360 Millionen Jahre leider nicht die Erfindung des Automobils mit eingeplant. Die Bestände der einheimischen Lurcharten nehmen durchweg ab! Auffallend ist das mittlerweile sogar anspruchslose und bislang häufige Amphibien wie Erdkröte, Grasfrosch, Berg – und Teichmolch den Rückzug angetreten haben.

Der ehrenamtliche Naturschutz, versucht diese Probleme in den Griff zu bekommen! Durch das Aufstellen von Krötenzäunen, bei Straßen Neubau, wobei der Naturschutz bei der Planung mit eingebunden wird und dafür sorgt das Krötentunnel und Leiteinrichtungen mit Eingebaut wird. Oder durch den Schutz vorhandener Kleingewässer, des weiteren mit der Neuanlage von Ersatzgewässern. Einige Probleme werden bei der Diskussion in der Öffentlichkeit leider immer wieder verdrängt! Ohne Schutz intakter Sommer – und Winterlebensräume ist das Überleben der Lurche nicht gesichert! Es ist ein Fehler zu glauben mit der Anlage von Teichen den Bestand auf Dauer zu erhalten. Es kann nicht jede Straße, wo Laichwanderungen stattfinden, von ehrenamtlichen Kräften betreut werden, das ist bei der geringen Zahl von Mitstreitern unmöglich! Die Tiere wandern leider nicht so wie der Mensch es gerne hätte, das bedeutet die Laichwanderung kann einige Tage oder Wochen dauern. Vergessen wird bei dieser Thematik des Öfteren das die Wanderungen nicht nur im Frühjahr stattfinden, sondern es gibt auch Bewegungen vom Laichgewässer zum Sommer – und Winterlebensraum und nach Beendigung der Larvenentwicklung wandern auch die Jungtiere der Kröten und Frösche.

Michael Korn