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Donnerstag, 13.12.2018

Kopfbäume ein Juwel der Gladbecker Kulturlandschaft

Kopfweiden Wittringer Wald©Michael Korn
Kopfbaumschnitt©M.Schlüter
Kopfweide©Michael Korn

Kopfbäume sind natürlich auch richtige Bäume die eine imposante Krone ausbilden können, wie zum Beispiel die Silberweiden. Als ausgewachsener Baum ist die Silberweide in unserer Stadt recht selten zu finden. Öfter ist da schon die aus menschliche Nutzung entstandene Kulturform der Kopfweide anzutreffen. Erst das Entfernen der Krone ließ die am oberen Stammende ausschlagfreudigen Bäume mit der typischen Kopfform entstehen

Kopfbäume haben nicht nur für den Menschen einen Nutzen, sie sind als Kulturpflanzen auch ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass zirka 200 Insektenarten zum Beispiel die Weiden als Nahrungsquelle benutzen! Die Umstrukturierung der Landwirtschaft von Grünland zur Getreidebewirtschaftung hatten in vielen fällen die Rodung der Kopfbäume zur Folge. Im Stadtgebiet Gladbecks haben sich bis heute noch 395 Kopfbäume in unserer heimischen Kulturlandschaft erhalten! Die ökonomische Bedeutung dieser Nutzungsform als Brennmaterial oder zum Korbflechten ist Geschichte und als Wirtschaftsfaktor in unseren Breiten nicht mehr relevant. Der Mangel an Pflege für die Kopfbäume (Kopfbaumschnitt) führt zum Durchwachsen der Äste, die Bäume werden kopflastig und brechen im schlimmsten Fall auseinander.

Um zu verhindern das die Kopfbaumbestände weiter sinken, kommt der ehrenamtliche Naturschutz und führt eine sachgemäße Pflege der Kopfbäume durch. Als besonderen Erfolg hat der Bestand der Steinkäuze, die ausgehöhlte Kopfbäume als Nistmöglichkeit nutzen erhöht!

Die durch Michael Korn vom Naturschutzbund Gladbeck durchgeführte Rufbestandskartierung des Steinkauzes im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April 1999 hat für die Stadt Gladbeck ein erfreuliches Ergebnis erbracht. Für eine Flächen mäßige relativ kleine Stadt wie unsere wurden 11 rufende Steinkauzmännchen festgestellt. Wobei die Zahl der rufenden Steinkäuze annähend mit der Zahl der Brutpaare vergleichbar ist. In vielen Gebieten ist das Schicksal dieses Vogels untrennbar mit dem Erhalt der Kopfbäume verbunden, das gilt auch für die Stadt Gladbeck!

Anzahl und Verteilung der Kopfbäume In Gladbeck Im gesamten Stadtgebiet von Gladbeck hat Michael Korn vom NABU - Gladbeck zirka 395 Kopfbäume kartiert. Die Kopfbäume wurden Ende November 1997 im Stadtgebiet erfasst.

Die meisten Kopfbäume befinden sich im Stadtteil Zweckel und in Rentfort. (Kartierungsbereich 1-2) Des Weiteren im Wittringer Wald (Kartierungsbereich 3) und eine kleinere Anzahl Im Stadtteil Ost (Kartierungsbereich 4) Kartierungsbereich 1. (Zweckel) 90 Kopfbäume. Kartierungsbereich 2. (Rentfort) 155 Kopfbäume. Kartierungsbereich 3. (Wittringer Wald) 76 Kopfbäume. Kartierungsbereich 4. (Gladbeck- Ost) 52 Kopfbäume. Sonstige: Pelkumer- Feld 2 Kopfbäume. Görlitzer-Str. (Spielplatz) 20 Kopfbäume

Michael Korn